Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
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Das Ortszentrum in byzantinischer und islamischer Zeit


Ortszentrum und Kastron nach O


Das Kastron, das öffentliche Bad und die große Weitarkaden-Basilika prägten als Hauptbauten das Ortszentrum in spätantik-frühbyzantinischer Zeit. In den Resten eines vierten Baus im Ortszentrum sah H. C. Butler ein Prätorium, doch die Grabungen des syrischen Teams ergaben, dass es eine Badanlage omayyadischer Zeit ist. Damit treffen wir im Ortszentrum, nur wenige Schritte von dem Bad des 6. Jahrhunderts entfernt, auf eine Bauanlage, die von großer Aussagekraft für die Situation Andronas nach der arabischen Eroberungswelle des 7. Jahrhunderts ist.

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Byzantinisches und islamisches Bad vom Kastron aus


Die zweite Badanlage ist der einzige Bau Andronas, in dem der lokale Kalkstein intensiv verwandt wurde. Auffallend ist jedoch, dass er nur den Südteil des Bades prägt. Der Nordteil besteht aus einer Fülle von Basaltspolien des 5. - 6. Jahrhunderts. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen der intensiven Verwendung des lokalen Kalksteins und der Tatsache, dass Basaltelemente nicht mehr importiert und original gearbeitet wurden.

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Islamisches Bad: Eingangstrakt nach W


Die zahlreichen Spolien aus Haus- und Kirchenbauten lassen vermuten, dass dem Bau des Bades die Zerstörung oder Beschädigung mehrerer Bauten des Ortszentrums voran ging. Erfasste der große Brand im Süd- und Südwesttrakt des Kastrons, dem vielleicht ein Erdbeben voranging, auch andere Teile des Ortszentrums? Können wir annehmen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen dem Einsturz einzelner Teile des Kastrons vor dem 9. Jh., der Aufgabe des byzantinischen Bades im 8. Jahrhundert und der Spoliensituation des omayyadischen Bades? Weiterführende Untersuchungen im Ortszentrum werden in dieser Frage weiterführen -, hier sind vor allem Grabungsarbeiten zu den Kirchenbauten gefordert.
Das Kastron wurde - zumindest in einzelnen Teilen - weit über das 8. Jahrhundert hinaus nachgenutzt. Sein besonderer Befund kann jedoch nicht beispielhaft auf den ganzen Ort übertragen werden. Erst im Jahr 1225 berichtet der Geograph Yakut von dem ruinösen Zustand der Bauten Andronas. Die bis jetzt bei den Haus- und Mauergrabungen zutage gekommenen Kleinfunde führen jedoch nicht über die abassidische Zeit hinaus. Es bedarf also weiterführender Arbeiten zu den Hausbauten, den Mauerringen und natürlich auch zu den zahlreichen Kirchenbauten, um die Phasen eventueller Zerstörungen in frühbyzantinischer sowie der Nachnutzung des Ortes in islamischer Zeit zu klären.

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Seitenbearbeiter: Matthias Guth